FinTech: Chancen für chinesische Unternehmen in Litauen

Der englische Begriff FinTech, kurz für “Financial Technology”, hat sich von einem technischen Begriff aus der Finanzindustrie zu einem Oberbegriff für technologische Innovationen im Finanzsektor entwickelt, einschließlich mehr verbraucherorientierter Dienstleistungen.

Litauen als Land FinTech freundlicher Gesetze

Litauen baut seine internationale Position als Land mit FinTech freundlicher Gesetzgebung weiter aus. In der Hauptstadt Vilnius entwickelt das Land ein neues FinTech-Koordinationszentrum für die so genannte 16+1-Gruppe der mittel- und osteuropäischen Länder, während die Vorbereitungen für eine internationale FinTech-Konferenz im Oktober 2019 laufen.

Gleichzeitig führt Litauen eine regulatorische ‘Sandbox’, übersetzt Sandkasten, für FinTech-Unternehmen ein. Diese ‘Sandbox’ dient als eine kontrollierte in Echtzeit laufende Testumgebung, innhalb der innovative Produkte und Lösungen geprüft werden können, bevor sie in einem normalen Geschäftsumfeld bereitgestellt werden. Die Teilnehmer des regulatorischen Sandkastens unterliegen vereinfachten Vorschriften und Genehmigungsverfahren.

Der FinTech-Sektor in Litauen verzeichnete in den letzten Jahren ein außergewöhnliches Wachstum. Die Zahl der in Litauen tätigen FinTech-Unternehmen hat sich mehr als verdoppelt. Von 45 Unternehmen 2013 ist die Zahl auf 177 Unternehmen im Jahr 2017 angestiegen. Transfers von Kryptowährungen unter Beteiligung litauischer Unternehmen erreichten ein beeindruckendes Volumen von 762 Mio. US$ zwischen 2017 und 2018. Im selben Jahr wurde die Zentralbank von Litauen bei den FinTech & RegTech Global Awards 2018, organisiert vom internationalen Branchenorgan Central Banking, zum Gewinner des Catalyst Award gekürt.

Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation zwischen lokalen Behörden und der litauischen Zentralbank. Ziel ist es, ein attraktives Umfeld für FinTech-Unternehmen zu schaffen, das sie zu Investition und Innovationen ermutigt. Die Pflege und Unterstützung eines FinTech-konformen Ökosystems der Regulierung und Aufsicht sowie die Förderung von Innovationen im Finanzsektor gehören daher zu den wichtigsten strategischen Zielen der Bank bis 2020.

Chinesische FinTech-Unternehmen sind in diesem neuem Markt äußerst erfolgreich. Sie haben viel in Branchen mit hoher Nachfrage investiert und haben sich effektiv in andere Geschäftsbereiche diversifiziert. Viele dieser Unternehmen stehen an der Spitze des kundenorientierten FinTech-Dienstleistungsgewerbes. Litauen bietet jetzt diesen Unternehmen einen Einstieg in die europäischen Märkte an.

Neue Chancen für chinesische FinTech-Investitionen

Während des China Investment Forums im Oktober in Prag (Tschechien) betonte Marius Jurgilas, Vorstandsmitglied der Zentralbank von Litauen, wie die gewonnen Erfahrungen und zukünftigen Maßnahmen Litauens darauf abzielen, chinesische FinTech-Unternehmen für Mittel- und Osteuropa und den EU-Markt zu gewinnen. „Wir haben bereits enge Kontakte zu den asiatischen Behörden geknüpft und bauen unter Wahrung der regulatorischen Flexibilität Brücken für die FinTech-Unternehmen in der Region. Banken, E-Geld Anbieter und Zahlungsinstitute können über die von der litauischen Zentralbank bereitgestellten und unterhaltene Infrastruktur einen einfachen Zugang zum schnelllebigen europäischen Zahlungsverkehrsmarkt erhalten“, sagte Herr Jurgilas.

Im Jahr 2015 unterzeichnete die Zentralbank von Litauen ein Kooperationsabkommen mit der China Banking Regulatory Commission. Seitdem hat die Bank vier Zulassungen für E-Geld-Institute und eine Zulassung für ein Zahlungsinstitut erteilt. Derzeit sind zehn weitere chinesische Unternehmen bestrebt, sich dem zentralen Zahlungssystem der Bank anzuschließen. Dies ist ein guter Indikator für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der litauischen Zentralbank und dem chinesischen FinTech-Sektor.

Herr Jurgilas betonte die Schlüsselelemente des litauischen FinTech-Regulierungssystems. Ein schneller Genehmigungsprozess und die breite Auswahl an Geschäftsmodellen, die von E-Geld- oder Zahlungsinstituten bis hin zu spezialisierten Banken reichen, bilden den Kern des Regulierungssystems.

Durch sein internationales Netzwerk ist ECOVIS einzigartig positioniert, um Unternehmen bei der Expansion ihrer FinTech-Geschäfte via Litauen nach Europa zu beraten. Mit unseren Kenntnissen der rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen in China und Europa, einschließlich Litauen, können ECOVIS Beijing und unser Partnerbüro in Litauen chinesische Unternehmen bei ihrer internationalen Expansion unterstützen. Bitte kontaktieren Sie uns, um mehr darüber zu erfahren, wie wir Ihnen helfen können.

Zum Weiterlesen (auf Englisch)

Forbes: How has Lithuania Become One of Europe’s Most Exciting FinTech Hotspots? https://www.forbes.com/sites/joewalleneurope/2018/10/28/how-has-lithuania-become-one-of-europes-most-exciting-fintech-hotspots/amp/

Bank of Lithuania: Lithuania can serve as a gateway to Europe for China’s FinTech firms
https://www.lb.lt/en/news/m-jurgilas-lithuania-can-serve-as-a-gateway-to-europe-for-china-s-fintech-firms

 

 

Grace Shi

Grace Shi ist Partner bei ECOVIS Beijing China und hat über 15 Jahre Berufserfahrung in der Wirtschaftsprüfung, Buchführung und Steuerberatung. Sie hat einen International MBA und einen US Global Finance Master erworben. Seit 2002 ist sie in China als Steuerberaterin (Certified Taxation Agent – CTA) zugelassen. Vor ihrer Tätigkeit bei ECOVIS hat sie als Führungskraft in einem führenden internationalen Unternehmen in Peking gearbeitet und war als Chief Financial Officer (CFO) einer lokalen chinesischen Firma mit über 1000 Mitarbeitern tätig. Sie spricht  fließend Englisch und Chinesisch. Bitte zögern Sie nicht Grace Shi zu kontaktieren, um weitere Informationen zu erhalten:
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