Entwicklungszonen in China

Obwohl Entwicklungszonen oftmals mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufstieg Chinas in Verbindung gebracht werden, sind sie keine rein chinesische Entwicklung. In vielen anderen Ländern wurden Entwicklungszonen bereits viel früher eingeführt um die Wirtschaft zu stärken und Pilotprojekte zu testen. Nichts desto trotz fällt den Entwicklungszonen in China eine große Bedeutung in der Entwicklung des Landes zu. Sie sind ein essentielles Puzzleteil in der chinesischen Politik der langsamen Öffnung des Marktes ohne dabei die inländischen Firmen durch ausländische Großkonzerne zu gefährden. Entwicklungszonen sind als lokal begrenzte Bereiche mit speziellen wirtschaftlichem Status definiert, in welchen Investoren und Unternehmen besondere Bedingungen geboten werden, wie zum Beispiel zollfreie Importe, niedrigere Steuerniveaus und vergleichsweise gute Infrastrukturen. Es gibt sechs verschiedene Arten von Entwicklungszonen in China. Die ersten beiden sind vergleichsweise groß und industriell sehr vielfältig. Die anderen vier bieten spezifischere Vorteile sowie ein Investitionsumfeld welches auf bestimmte Branche ausgelegt ist.

 

1) Spezielle Wirtschaftszonen (SEZ)

SEZ´s wurden von Deng Xiaoping zum ersten Mal 1979 im Süden Chinas eingeführt als die Öffnung des Landes initierte wurde. Zunächst wurden sechs SEzs an der Chinesischen Ostküste errichtet (Shenzhen, Zhuhai, Shantou, Xiamen, Hainan und Shanghai pudong). Heute haben sind diese Städte zu  großen Metropolen mit erheblichen Steuerersparnissen wie zum Beispiel niedrigere Körperschaftssteuern welche unterhalb der üblichen 25% liegen entwickelt.

 

2) Ökonomische und technologische Entwicklungszonen (ETDZ)

ETDZs sind meist vergleichsweise klein und stark auf einzelne Industrien spezialisiert. Sind bieten oftmals eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur und sind als zu den landesweit bestentwickeltsten Zonen gehörend ausgezeichnet. Investoren sollten trotzdem auf der Hut sein. Viele der so genannten Regional ETDZs sind nicht zertifiziert und stellen sich oft als weniger reguliert heraus.

 

3) Freihandelszonen (FTZ)

FTZs befinden sich meistens nahe der Hafenstädte an der Ostküste. Naturgemäß liegt damit ihre größte Stärke im Transport von lokal produzierten Gütern. Eine moderne Infrastruktur erlaubt meist einen zügigen und glatten Logistikablauf. Eine Importlizenz kann meist einfach erhalten werden, manchmal sogar ohne Gebühren. Des Weiteren profitieren internationale Handelsgeschäfte von einer schnellen Zollabwicklung und nahezu sofortige Umsatzsteuerrückerstattung.

 

4) Hi-Tech Industrie Entwicklungszone (HTIDZ)

Der Fokus von HTIDZs liegt im Bereich der neuen Technologien – Indem Start-Ups mit Forschung und Entwicklung unterstützt werden, können die betreffenden Firmen in sogenannten Inkubatoren wachsen. Oft befinden sich HTIDZs als Sub-Zonen in größeren staatlichen Entwicklungszonen und werden deshalb auf Grund ihrer Wichtigkeit für Nieschentechnologien von den lokalen Staatsbüros subventioniert.

 

5) Exportbearbeitungs Zonen (EPZ)

EPZs sind mit FTZs vergleichbar. Bei beiden liegt die große Stärke in der Einfachheit in Sachen Export und Handel. Große Unterschiede gibt es allerdings in der Größe und im Betriebsumfang. Als Teil einer größeren Entwicklungszone sind EPZs relativ klein und bieten nur exportorientierten Unternehmen die Chance zum Investieren. Trotz der Erleichterungen in Sachen Zollabwicklung und internationalem Handel sind inländisch Verkäufe wiederum schwerer abzuwickeln.

 

6) Gebundene Logistik Zone (BLZ)

Die Hauptfunktion einer BLZ liegt in der Sammlung und Lagerung von für den Export und die internationale Verschiffung bestimmte Produkte. In der Zone selbst werden nur die einfachsten Bearbeitungsschritte vorgenommen. Das Hauptaugenmerk der Zone liegt in der Abwicklung des sehr anspruchsvollen chinesischen Zolls. Sobald ein Kunde eine Schiffslieferung bestellt, kann diese sofort aus dem Lager entnommen und für den Vertrieb verschickt werden.

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Entwicklungszonen in China haben können Sie sich gerne mit unserem Partner Richard Hoffmann via email richard.hoffmann@ecovis-beijing.com in Kontakt setzen.

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Richard Hoffmann ist Partner bei ECOVIS Beijing China. Er studierte Jura an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt und hat, vor seiner Tätigkeit bei ECOVIS, für renommierte Anwaltskanzleien und Beratungsunternehmen in Deutschland, den USA und China gearbeitet. Herr Hoffmann hat über 50 Artikel in internationalen Magazinen publiziert und ist als Rechtsexperte ein gern gesehener Gast auf namhaften Veranstaltungen in China. Zudem ist er Rechtsaufseher eines bekannten deutschen Unternehmens und unterrichtet chinesisches Recht an der SRH Hochschule Heidelberg. Kontakt: richard.hoffmann@ecovis-beijing.com 

 

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